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Technisches Informationszentrum

Wir beantworten Ihre Fragen rund um die Pulvermetallurgie.

Sinterbronzelager – Häufig gestellte Fragen

Was sind selbstschmierende Sinterbronzelager?

Selbstschmierende Sinterbronzelager sind Lagerungselemente aus poröser Sinterbronze, deren Poren mit speziellen Ölen imprägniert werden. Das gespeicherte Öl sorgt während des Betriebs für die notwendige Schmierung und reduziert dadurch den Wartungsaufwand erheblich. Aufgrund ihres niedrigen Geräuschpegels, ihrer langen Lebensdauer und der wirtschaftlichen Serienfertigung werden sie in vielen Anwendungen von Elektromotoren bis hin zu Landmaschinen eingesetzt.

Wie funktionieren selbstschmierende Sinterbronzelager?

Die poröse Struktur des Lagers dient als Ölreservoir. Sobald sich die Welle dreht, bildet sich zwischen Lager und Welle ein hydrodynamischer Ölfilm. Dadurch können die Metallflächen ohne direkten Kontakt zueinander arbeiten. Beim Stillstand wird das Öl wieder in die Poren zurückgeführt und steht für den nächsten Betriebszyklus bereit.

In welchen Anwendungen werden Sinterbronzelager eingesetzt?

Sie werden in Elektromotoren, Lüftern, Pumpen, Getrieben, Landmaschinen, Haushaltsgeräten, Automobilsystemen, Bürogeräten, Textilmaschinen und vielen weiteren Mechanismen eingesetzt, bei denen eine regelmäßige Schmierung schwierig ist.

Welche Härte sollte die Welle haben?

Für allgemeine Anwendungen werden gehärtete und geschliffene Wellen empfohlen. Eine unzureichende Oberflächenhärte beschleunigt den Verschleiß und reduziert die Lebensdauer des Lagers. Je nach Anwendung werden häufig Härten von 50 HRC oder höher bevorzugt.

Welche Oberflächenrauheit sollte die Welle haben?

Die Wellenoberfläche sollte weder zu rau noch vollständig spiegelglatt sein. Eine zu hohe Rauheit kann den Ölfilm beeinträchtigen, während eine zu glatte Oberfläche die Ölhaltefähigkeit reduzieren kann. Geschliffene Oberflächen liefern in der Regel die besten Ergebnisse.

Sollte H7 oder H8 gewählt werden?

Für die meisten Standardanwendungen wird für den Lagersitz die Toleranz H7 empfohlen. Sie bietet eine ausreichende Passung und eine kontrollierte Montage. H8 sollte nur bei speziellen Anwendungen bewertet werden.

Wie wird das Spiel zwischen Welle und Lager ausgewählt?

Bei der Auswahl des Lagerspiels müssen Wellendurchmesser, Betriebstemperatur, Drehzahl und Belastung berücksichtigt werden. Ein zu geringes Spiel kann zu Klemmen führen, während ein zu großes Spiel Vibrationen und Geräusche verursachen kann.

Wie wird die Lagerlänge bestimmt?

Mit zunehmender Lagerlänge steigt die tragende Fläche. Zu lange Lager erhöhen jedoch die Kosten und können in bestimmten Fällen Ausrichtungsprobleme verursachen. Allgemein wird eine Lagerlänge nahe oder etwas größer als der Wellendurchmesser empfohlen.

Wie sollten Sinterbronzelager gepresst werden?

Bei der Montage darf die Kraft ausschließlich auf den Außenbereich des Lagers wirken. Der Einpressvorgang muss kontrolliert und axial erfolgen. Eine falsche Montage kann die Porenstruktur beschädigen.

Kann die Montage mit einem Hammer erfolgen?

Nein. Eine Montage mit Hammer kann zu Verformungen, Rissen und verschlossenen Poren führen. Dadurch wird die Schmierfähigkeit des Lagers erheblich reduziert.

Ist eine Kalibrierung erforderlich?

Bei Anwendungen mit hohen Genauigkeitsanforderungen wird eine Kalibrierung empfohlen. Dadurch können Innenmaßtoleranzen und die Oberflächengeometrie verbessert werden.

Welche Vorteile bieten selbstschmierende Lager?

  • Wartungsarme Funktion

  • Niedriger Geräuschpegel

  • Eigene Schmierstoffversorgung

  • Herstellung mit engen Toleranzen

  • Wirtschaftliche Lösung für Serienproduktion

Sollte ein Sinterbronzelager oder ein Sintereisenlager verwendet werden?

Bei Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit werden häufig Bronzebuchsen eingesetzt. Wenn Korrosion keine kritische Rolle spielt, können Sintereisenlager eine wirtschaftlichere Alternative darstellen.

Wie schmieren sich selbstschmierende Lager?

Das in den Poren gespeicherte Öl wird durch Druckunterschiede während des Betriebs zwischen Lager und Welle transportiert. Beim Stillstand zieht sich das Öl wieder in die Poren zurück.

Warum sind Poren wichtig?

Die Poren dienen als Ölreservoir. Durch einen Porenanteil von bis zu etwa 30 % des Gesamtvolumens kann das Lager über lange Zeit Schmierung bereitstellen.

Wo befindet sich das Öl, wenn das Lager nicht bewegt wird?

Das Öl bleibt größtenteils in der Porenstruktur gespeichert. Sobald sich die Welle dreht, wird das Öl an die Oberfläche transportiert.

Was ist hydrodynamische Schmierung?

Während der Drehbewegung entsteht zwischen Welle und Lager ein dünner Ölfilm. Dieser reduziert den direkten Metallkontakt und minimiert den Verschleiß.

Was ist Mischreibung?

Bei niedrigen Drehzahlen oder hohen Belastungen kann der Ölfilm nicht ausreichend aufgebaut werden. Dadurch entsteht teilweise direkter Metallkontakt, was als Mischreibung bezeichnet wird.

Warum ist die Welle bei selbstschmierenden Lagern wichtig?

Die Leistung des Systems hängt nicht nur vom Lager ab, sondern vom optimalen Zusammenspiel aus Lager, Schmierstoff und Welle.

Welche Faktoren bestimmen die Lagerleistung?

  • Lagermaterial

  • Porenstruktur

  • Verwendetes Öl

  • Welleneigenschaften

  • Betriebstemperatur

  • Belastung

  • Drehzahl

Warum ist die Oberflächenrauheit wichtig?

Die Oberflächenstruktur beeinflusst direkt die Bildung und Aufrechterhaltung des Ölfilms.

Warum kann die klassische Ra-Messung bei Sinterlagern irreführend sein?

Aufgrund der porösen Struktur können Standard-Rauheitsmessungen die Oberfläche rauer erscheinen lassen, als sie tatsächlich für die Anwendung ist.

Wie werden Sinterlageroberflächen bewertet?

Bei bestimmten Anwendungen kann die Oberflächencharakteristik mithilfe der Abbott-Firestone-Kurve bewertet werden.

Welche Öle können verwendet werden?

  • Mineralöle

  • Esterbasierte Synthetiköle

  • Synthetische Kohlenwasserstofföle

  • Polyglykolöle

  • Silikonöle

  • Perfluorierte Polyesteröle

Welche Vorteile bieten Mineralöle?

  • Wirtschaftlich

  • Gut verfügbar

  • Gute Schmiereigenschaften

Bei welchen Temperaturen können selbstschmierende Lager arbeiten?

Mit geeigneter Ölauswahl können sie ungefähr im Bereich von -65 °C bis +200 °C eingesetzt werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Lebensdauer selbstschmierender Lager?

  • Belastung

  • Drehzahl

  • Temperatur

  • Betriebsspiel

  • Öltyp

  • Ölverlust

  • Wellenausführung

Wie lange ist die normale Lebensdauer eines Lagers?

Unter normalen Betriebsbedingungen können folgende Richtwerte angenommen werden:

  1. Ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen und ohne Ölverlust: bis zu 2.000 Betriebsstunden

  2. Mit zusätzlicher Schmierung ohne Ölzirkulation: bis zu 5.000 Betriebsstunden

  3. Mit zusätzlicher Schmierung und garantierter Ölzirkulation: über 5.000 Betriebsstunden

Verlängert zusätzliche Schmierung die Lebensdauer?

Ja. Unterstützende Schmierung und zusätzliche Ölreserven können die Lebensdauer deutlich erhöhen.

Wann wird Ölverlust kritisch?

Wenn der Gesamtölgehalt um etwa 40 % reduziert ist, verliert das Lager einen großen Teil seiner Funktionsfähigkeit.

Was sind Festschmierstoffe?

Festschmierstoffe werden eingesetzt, wenn herkömmliche Ölschmierung nicht ausreichend ist, beispielsweise bei Temperaturen um 300 °C oder bei häufig wechselnden Randbedingungen.

Warum wird Graphit verwendet?

Graphit ist einer der am häufigsten eingesetzten und effektivsten Festschmierstoffe für Bronze- und Sintereisenlager.

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